Der neue Lübecker Kreuzweg


Station 1: St. Jakobi

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Der Künstler und das Kunstwerk
Der Ort
Liturgie

Der Künstler und das Kunstwerk

Winni Schaak arbeitete als einziger der vier Künstler des Bildhauersymposiums nicht mit Granit, sondern mit Cortenstahl. Er fertigt während des Symposiums Objekte für die St. Jakobi-Kirche (Beginn des Kreuzweges) und im Durchgang beim Burgtor an. Der gelernte Schmied spielt mit der Räumlichkeit: Ganze Flächen werden verschluckt oder tauchen wie aus dem Nichts auf. . So erscheint der braune „Monolith“ vor der Jakobikirche von der Seite wie ein scharfer, schmaler Streifen. Erst wenn man sich um ihn herum bewegt, eröffnet sich eine massive, breite Frontseite. Mit seiner hohen, spitz zulaufenden Form passt sich der „Monolith“ ein in seine Umgebung der Jakobikirche.

Der Ort

Die Musik- und Seefahrerkirche St. Jakobi zu Lübeck wird das erste Mal im Jahr 1227 im ersten Oberstadtbuch Lübecks erwähnt. Geweiht wird die Kirche aber erst am 12. Juni 1334; nach der Fertigstellung des Hochaltars. Hier an St. Jakobi beginnt der Lübecker Kreuzweg mit der ersten der ursprünglich sieben Stationen, einem Kalksandsteinrelief an der Nordseite der Kirche. Das Relief zeigt eine Szene der Passionsgeschichte: Jesus wird vor Pontius Pilatus geschleppt, der seinen Hände sprichwörtlich in Unschuld wäscht. Die mittelniederdeutsche Inschrift lautet:

Hir.beginet.de.crucedracht.xsti
butē.de borchdare.to.Jherusalē.
(Hier beginnt die Kreuztragung Christi
durch das Burgtor nach Jerusalem.)


Karfreitagsliturgie

Jesus vor Pontius Pilatus

Lied: Holz auf Jesu Schulter, Strophe 1

Lesung Mt. 27, 22-23 und 26-31: „Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich denn mit Jesus tun, den man den Messias nennt? Da schrien sie alle: Ans Kreuz mit ihm! Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Da schrien sie noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Darauf gab er ihnen Barabas frei, Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn den Soldaten zur Kreuzigung. Die Soldaten des Statthalters übernahmen Jesus, führten ihn in das Prätorium und versammelten die ganze Kohorte um ihn. Sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und gaben ihm ein Schilfrohr in die rechte Hand. Sie warfen sich vor ihm auf die Knie, verhöhnten ihn und riefen: Heil dir, König der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm das Rohr wieder ab und schlugen ihm damit auf den Kopf. Nachdem sie ihren Spott mit ihm getrieben hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus ab, um ihn zu kreuzigen.“

Worte zum Kreuzweg:
Jakobipastor Lutz Jedeck:
Seit Jahren gehen am Karfreitag annähernd 1000 Menschen den neuen Lübecker Kreuzweg. Als wichtigstes und größtes ökumenisches Ereignis ist er zu einer festen Größe in der Stadt geworden. Der neue Lübecker Kreuzweg verbindet die alte Kreuzwegtradition des Erinnerns an Jesu Leiden mit wichtigen Themen der Stadt. Besonders deutlich zeigt sich dieses Anliegen bei der dritten Station, an der sich Kreuz – und Märtyrerweg verbinden.

Ministerpräsident a.D. Björn Engholm:
Seit der Lübecker Kreuzweg ökumenisch beschritten wird, bin ich ihn mitgegangen. Warum? Weil er die besondere Gelegenheit bietet, in der Gemeinschaft aller Christen über Liebe und Hingabe Jesu nachzudenken und dabei den Willen zu festigen, in seinen Geist, in seiner Nachfolge, Gutes zu tun. Wann immer und wo immer es möglich ist.

Gebet:
Jesus, du wirst verurteilt, weil du in deiner Zeit anders von Gott redest, als die Frommen deiner Zeit und weil du anders mit den Menschen umgehst, als sie es für richtig halten. Du heilst Kranke, weckst Tote auf, machst Sünder und Zöllner zu deinen Freunden und vergibst ihnen ihre Schuld. Du wirst von denen verurteilt, die meinen, sie wüssten alles besser. Jesus, erbarme dich aller, die Unrecht erleiden, und mache uns mutig, uns für alle Menschen einzusetzen, die ungerecht verurteilt werden.

Stille

Sammeln um das Kreuz

Lied: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde

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